Töpferladen Keramica
Wissenswertes
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Götter seid ihr, liebe Töpfer!
Leopold Schefer. Dichter und Komponist |
(Wichtige Anmerkung: es handelt sich hierbei um ein erotisches Gedicht!
Die Zeitgenossen Schefers verstanden es noch als solches und ärgerten sich darüber.)
2 Karte der beiden Lausitzen. Kuferstich. Um 1750.
3 Tasse mit Flechtbandornament. Östliche Lausitz. Etwa 9. Jahrhundert v.Chr.
Im Laufe von Jahrhunderten entwickelten sich Technologie und Handwerk, so daß mit dem Einsetzen der schriftlichen Überlieferung in den Zünften bereits ein hoher Stand der keramischen Fertigung erreicht war. Nach dem Vorbild der Bautzener von 1558 gaben sich die Muskauer Töpfer 1596 ihre erste Zunftordnung. Damit ist die Muskauer Zunft nach Bautzen und Zittau die drittälteste, und Muskau galt mit seinen zeitweise an die 30 Töpfereien als ein Zentrum des Handwerks in der gesamten Lausitz. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert waren in der Oberlausitz mindestens 30 Orte bekannt, in denen es Töpfereien gab.
4 Kleiner Krug. Steinzeug mit dunkelbrauner Lehmgobe und Salzglasur. Altmuskauer Kerbschnitt, besetzt mit Quarzsteinchen. Um 1600.
5 Kleiner Birnkrug mit Zinndeckel. Steinzeug mit Auflagen, Ritzdekor, und teilweise mit dunkelbrauner Engobe bemalt. Salzglasur. Muskau. Um 1800.
Es handelte sich dabei zumeist um Familienunternehmen wie die noch heute existierenden Töpfereien Jürgel in Pulsnitz oder Lehmann in Neukirch. Unter den Muskauer Firmen war die Töpferei Pfitzinger mit einer über 130jährigen Tradition eine der langlebigsten. Weitere Orte in der Oberlausitz mit altangesessenen Töpferfamilien sind Bischofswerda, Elstra, Königsbrück, Kamenz und Göda. Als Nathanael Gottfried Leske, Professor der Ökonomie in Leipzig und gebürtiger Muskauer, seine Reise durch Sachsen (1785) dokumentierte, gab es in Muskau 21 Töpfer. Leske schreibt: „Ihre Arbeit ist in hiesiger Gegend weit und breit bekannt und verdient viel Beifall. Die Güte ihrer Arbeit gründet sich größtenteils auf die Tüchtigkeit des Tons, den sie verarbeiten.“, und weiter, daß sie einen braunen, eisenschüssigen Ton aus eigenen Gruben verarbeiten und daraus u.a. „besonders feste töpferne Rören“ fertigen, die weithin für ihre Haltbarkeit berühmt sind.
6 Tonflaschen, sogenannte Weißbierflaschen, bezeichnet: Mitte „Brauerei Muskau Einfachbier“, Rechts „A.KYP/L.“. Steinzeug, Salzglasur. Um 1850 – 1930.
7 Küchenregal für die Puppenstube mit Puppengeschirr: Bunzlauer Schwämmeldekor, Terrakotta aus der Form, Salz- u. Lehmglasur, Salzglasur mit Blaumalerei. Um 1920.
8 Tonflasche mit Salzglasur. Lausitz. Um 1900.
19 Modell eines 1000-Liter-Säurebehälters. VEB Steinzeugwerk Krauschwitz. 1980.
... und der grosse Bruder.
9 Dose und Schnupftabakfläschchen. Heller Ton, bemalt, Salzglasur. Lausitz. Um 1900.
10 Gösseltränke. Steinzeug, Salzglasur. Muskau. Um 1900.
11 Belegschaft einer Töpferei. Fotografie um 1900.
12 Tisch mit Hochzeitsgeschenken, darunter Bunzlauer Krüge, Dosen und Reibeschüssel. 1951.
Nach 1945 entstanden in und um Muskau einige kleinere Töpfereien, von denen es heute jedoch nur noch die 1898 in Krauschwitz als Ziegelei gegründete und 1946 in einen Handwerksbetrieb umgewandelte Töpferei Najorka gibt. Ernst Hoepfel, ein Meister mit unverwechselbaren Produkten, konnte seine Werkstatt in der Nachkriegszeit nur 7 Jahre lang behaupten. Horst Rottnick firmierte seit 1949 und gab 1990 auf, die Töpferei Pfitzinger löschte ihre Öfen endgültig 1991. Dafür entstanden in dem Nachbardorf Sagar zwei neue Werkstätten, und im etwas weiter entfernten Rietschen sind inzwischen ebenfalls zwei Töpferinnen tätig. Nachwuchs, der hier ausgebildet wurde und „jetzt in der Fremde“ arbeitet, gibt es ebenfalls. Diese „unsere“ Töpfer stellen sich auf ihren eigenen Seiten vor.
13 Kleiner Krug, weiß engobiert, mit Blumen bemalt von Ernst Hoepfel, Krauschwitz. Um 1950.
14 Schale mit drei Füßchen aus ziegelartigem Ton, grün glasiert. Muskau. Um 1950.
15 Übertöpfe mit grün gefärbter Lehmglasur aus der Töpferei Horst Rottnick, Krauschwitz. Um 1960.
16 Henkelvasen aus der Werkstatt Pfitzinger. Dunkle Lehmglasur. Um 1980.
17 Vase aus der Töpferei Erna Pfitzinger, Muskau. Steinzeug, hellbraun gespritzt, Salzglasur. Innen dunkle Lehmglasur. Altmuskauer Kerbschnittdekor. Um 1960.
18 Henkelvase, Steinzeug, salzglasiert. Kobaltblaue Bemalung von Reinhard Klenner, Muskau. Werkstatt Pfitzinger. Um 1980.
Abschließend einige wichtige, leider nur noch antiquarisch erhältliche Bücher zum Thema
Gebauer, Walter: Kunst-Handwerkliche Keramik. Leipzig: VEB Fachbuchverlag 1985.
Horschik, Josef: Steinzeug 15.-19. Jahrhundert. Von Bürgel bis Muskau. Dresden: Verlag der Kunst 1978.
Weinhold, Rudolf / Gebauer, Walter / Behrends, Rainer: Keramik in der DDR. Tradition und Moderne. Fotografien Wolfgang G. Schröter. Leipzig: Edition Leipzig 1988.
Eine gute Adresse zum Erfragen von allen möglichen und unmöglichen Details zur hiesigen Töpferei ist das Handwerk und Gewerbemuseum Sagar, in dem sich Frau Helga Heinze speziell damit beschäftigt. Obiger Text wurde mit Hilfe ihres Manuskriptes zu diesem Thema erarbeitet, dessen Veröffentlichung sich leider noch immer in Vorbereitung befindet.
21 „Die Lausitz“. Farbige Radierung von Werner Schmidt. 1996.
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