Handwerk- und Gewerbe Museum Sagar
Sammlungsschwerpunkt Keramik
Text und Bilder von Helga Heinze
Webseite: Bernd-Ingo Friedrich

Natürliche Gegebenheiten wie Waldreichtum, Wasserkraft und Bodenschätze wie Ton, Kohle und Raseneisenerz bildeten in unserer Region die Grundlage für bodenständiges Handwerk und Gewerbe.
In unseren Ausstellungen und Schauanlagen wird die industrielle Entwicklung der ehemaligen Standesherrschaft Muskau in den letzten 150 Jahren dokumentiert.
Auf dem 0,8 Hektar großen Museumsgelände befinden sich 7 Gebäude, in denen auf 800 m2 Ausstellungsfläche ca. 5.000 Exponate zu besichtigen sind.
Neben dem ersten Hauptkomplex Energie- und Arbeitsmaschinen (Sägegatter, Dieselmotor, Dampfmaschine) erwarten den Besucher weitere Ausstellungen zu folgenden Themen:
· Geologie des Muskauer Faltenbogens
· Waldwirtschaft und Jagd
· Holzverarbeitung
· Eisenschmelze
· historisches Handwerk
· historisches Spielzeug
Den zweiten Hauptkomplex bildet die Industrie- und Gebrauchskeramik. Die hier früher stark angesiedelte Keramikherstellung einschließlich der Firmengeschichten und einer großen Sammlung von Steinzeuggeschirr, Dach- und Formsteinen, sowie Produkten des in Sachsen einmaligen säurefesten Industriesteinzeugs - im Nachbarort noch bis in die 1990er Jahre hergestellt - sind Bestandteile dieser Ausstellung.
Zu den zwei Museumsfesten im Jahr, die am Ostersonntag und 3. Sonntag im September stattfinden, öffnet jeweils eine Sonderausstellung.
Große tertiäre Tonlager und der Waldbestand der Muskauer Heide bildeten ideale Voraussetzungen zum Entstehen des Töpferhandwerks. Keramikfunde aus der mittleren Bronzezeit sind die frühesten Beweise für die Besiedlung und die Nutzung des Rohstoffes Ton in unserer Region.
Die kleine Stadt Muskau an der Neiße, als ehemaliges Zentrum des Töpferhandwerks, erhielt im Jahre 1596 ihre erste Töpferordnung. Zur Blütezeit der Muskauer Steinzeugproduktion im 18. Jahrhundert arbeiteten dort etwa 20 Meister.
Infolge der Verwendung neuer Werkstoffe bei der Geschirrherstellung verschlechterte sich der Absatz der kleinen Töpfer im 19. Jahrhundert drastisch. Viele gaben auf, andere jedoch stellten ihre Produktion auf säurefestes Steinzeug für die chemische und Elektro-Industrie um. So wurden unter anderem Kanalisationsrohre, Sanitärkeramik, Kühlschlangen, Isolatoren (bis zu 3 Meter Höhe), Säurebehälter (bis zu 6000 Liter), ganze Säureanlagen und Laborbecken hergestellt. Die gute Qualität der hiesigen Tone ermöglichte die Herstellung extrem großer Gefäße und komplizierter Anlagen.
Durch Zusammenlegung vieler Betriebe entstand 1904 eine starke Aktiengesellschaft, die Deutschen Ton- und Steinzeugwerke AG mit Sitz in Charlottenburg-Berlin, ab 1934 in Krauschwitz.
Anmerkung: Es ist der erklärte Wille des Namensinhabers, sich nur eines Bindestrichs in seinem Namen „Handwerk- und Gewerbe Museum Sagar“ zu bedienen. Der Schöpfer der Webseiten von steinzeug.kulturpixel.de akzeptiert diesen Willen auf dieser Seite, wird sich auf anderen Seiten jedoch weiterhin seines (alten, vernünftigen) Dudens bedienen :)


Skerbersdorfer Straße 68
02957 Krauschwitz/ OT Sagar
Telefon 035771 / 60896
info@museum-sagar.de
www.museum-sagar.de
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(23.06.2008)
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